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Foto - Berichte  und  Infos  2017   -----   FIA World Touring Car Championship (WTCC)



ADAC NR
27.5.2017

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Das vierte Rennwochenende:

26.-27.05. Nürburgring

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WTCC: Nordschleifenläufe am 27. Mai 2017

WTCC Germany

Nordschleifen-Gastspiel ein absolutes Highlight für die WTCC-Piloten

Das breite Grinsen bekamen die erfolgreichen WTCC-Piloten nach dem spektakulären Gastspiel auf der Nordschleife des Nürburgrings gar nicht mehr aus dem Gesicht. Zwei Rennen über jeweils drei Runden auf der längsten und schwierigsten Rennstrecke der Welt bescherten den Fahrern und den Fans beim deutschen WM-Lauf viele aufregende Momente - und der glücklichste Mann im Fahrerfeld war am Ende der Niederländer Nick Catsburg. Nach Platz zwei im Qualifying, dem sechsten Rang im ersten Rennen - in das die zehn schnellsten Piloten traditionell in umgekehrter Reihenfolge gingen - und dem Sieg im zweiten Lauf sammelte der Volvo-Pilot insgesamt 42 Punkte und übernahm dadurch mit jetzt zwei Punkten Vorsprung die Führung in der Gesamtwertung. Viel Zeit, sich darüber zu freuen, hatte er allerdings nicht, da er danach als einziger WTCC-Pilot auch noch im 45. ADAC Zurich 24h-Rennen an den Start ging.

"Es bedeutet mir sehr viel, dass ich hier die Führung in der Meisterschaft übernehmen konnte. Tiago war die ganze Zeit sehr stark, und es war das erste Mal, dass er etwas Pech hatte", sagte Catsburg und spielte damit auf seinen Honda-Konkurrenten Tiago Monteiro an. Der frühere Formel-1-Pilot aus Portugal war als Führender in die Eifel gekommen und lag im ersten Rennen auch auf Punktekurs, bis ihn ein Reifenschaden in der letzten Runde stoppte und er nach der Reparatur seines Honda Civic WTCC im zweiten Lauf aus der Boxengasse starten musste. Als 13. ging er abermals leer aus.

Den Sieg im ersten Lauf holte der Schwede Thed Björk im Volvo S60 WTCC vor Mehdi Bennani aus Marokko und Rob Huff, die beide im Citroën C-Elysée unterwegs waren. Im zweiten Rennen katapultierte sich dann Catsburg von Startplatz zwei am Pole-Mann Norbert Michelisz aus Ungarn im Honda Civic WTCC vorbei an die Spitze und behauptete diese in der ersten Kurve gegen den ebenfalls stark gestarteten Huff. Ab der zweiten Runde setzte sich Catsburg an der Spitze ab und fuhr souverän zu seinem ersten Saisonsieg in seinem Volvo vor Michelisz und Huff. "Jetzt sind wir mit Platz eins am Ziel und müssen zusehen, dass wir bis zum Ende der Saison dort bleiben", erklärte der 29-Jährige.

Alle drei hatten die Fahrten durch die 'Grüne Hölle' genossen. "Jede Runde auf dieser Strecke ist einfach fantastisch. Man sieht die vielen Fans mit dieser einfach unglaublichen Begeisterung und ich habe auch einige niederländische Fahnen gesehen, was einen natürlich noch einmal extra motiviert", meinte Catsburg. Noch euphorischer war Michelisz: "Ich bin so glücklich, hier fahren zu dürfen. Dass ich hier die Pole geholt habe, werde ich bestimmt noch meinen Enkeln erzählen. Auch wenn ich das Rennen nicht gewinnen konnte, fühlt es sich einfach wahnsinnig toll an, auf so einer Strecke aufs Podium zu fahren. Ich hoffe im nächsten Jahr wieder hier fahren zu dürfen."
Auch Huff war begeistert: "Ich hatte die Ehre, die letzten drei Jahre hier so viele Erfahrungen zu sammeln, und es ist jedes Mal einfach nur großartig, hier zu fahren. Die Nordschleife ist eine der intensivsten Rennstrecken der Welt. Aber dadurch wird man hier auch für eine fehlerfreie Fahrt umso mehr belohnt."

Das nächste WTCC-Wochenende findet vom 23. bis 25. Juni in Vila Real in Portugal statt.


Catsburg als Doppelstarter im Dauereinsatz

Es war ein strammes Programm, das sich Nick Catsburg in der Eifel auferlegt hatte. Im Gegensatz zu früheren Jahren hatte er diesmal als einziger Fahrer aus dem WTCC-Feld noch einen 'kleinen' Nebenjob - und kam durch die Siegerehrung und die Pressekonferenz nach dem zweiten Lauf sogar ein bisschen ins Schleudern. Eigentlich war er im BMW M6 GT3 mit der [# 98] von Rowe Racing als Startfahrer für das 45. ADAC Zurich 24h-Rennen vorgesehen, musste diesen Job aber dann Alexander Sims überlassen. "Ich hatte noch nichts gegessen und wollte noch schnell duschen, weil ich nach Champagner gerochen habe", sagte der Niederländer mit einem Lächeln.

WTCC Germany

Ein solcher Doppeleinsatz erfordert vor allem ein perfektes Timing. "Das Schwierige ist nicht so sehr das Fahren, sondern die Planung. Es gibt so viele Meetings und PR-Termine, alles neben der Rennstrecke. Aber ich hatte zum Glück in Volvo und BMW zwei Marken, die mir wirklich sehr geholfen haben, das alles zu koordinieren", sagte der 29-Jährige: "Man rennt irgendwie ständig hin und her und hat immer das Gefühl, nicht genug Zeit zu haben. Aber bei so einem erfolgreichen Wochenende in der WTCC scheint das ja nicht wirklich geschadet zu haben." Die meisten Punkte, Übernahme der Tabellenführung und die TAG Heuer Uhr für die schnellste Rennrunde waren eine sehr gute Ausbeute, bevor er dann als zweiter Fahrer in seinem Auto ins 24h-Rennen einstieg.

Der schwierigste Tag in Catsburgs Wahrnehmung war übrigens gar nicht der Samstag, mit den beiden WTCC-Läufen und dem Beginn des 24h-Rennens. "Der Donnerstag war echt eng. Da hatten wir die Freien Trainings und am Abend noch das Nacht-Qualifying des 24-Stunden-Rennens", sagte er: "Das war am schwersten unter einen Hut zu bringen."

WTCC Germany

Monteiro verliert die Führung

Nach den spektakulären Läufen auf der Nordschleife hat sich die Tabellensituation in der WTCC zugespitzt: Honda-Pilot Tiago Monteiro reiste als Meisterschaftsführer an, doch nach der 'Doppel-Null' in der Eifel kommt der Portugiese nur noch als Tabellenzweiter zu seinem Heimrennen Ende Juni. Dort dürfen sich die Fans aber auf einen spannenden Fight freuen, denn Nicky Catsburgs Vorsprung nach dem erfolgreichen Nürburgring-Wochenende beträgt einmal zwei Punkten. Beim Kampf um die Führung müssen beide aber auch den Tabellendritten im Blick behalten: Catsburgs Teamkollege Thed Björk liegt in direkter Schlagdistanz zum Spitzenduo. In der Herstellerwertung hat Volvo Polestar seine Führung noch einmal ausgebaut: 404 Zähler haben die Schweden gesammelt und liegen damit souverän vor Honda (364).



ADAC NR
15.5.2017

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Das dritte Rennwochenende:

13.-14.05. Hungaroring - Ungarn

Strecke Ungarn


 

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WTCC: Spannender Lauf in Budapest macht Lust auf die Nordschleife

Der Portugiese Tiago Monteiro (Honda) kommt als Tabellenführer der FIA-Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) zum Nürburgring. Beim ADAC Zurich 24h-Rennen steht für die Weltspitze des Tourenwagen-Sports das vierte Saisonwochenende an, das mit der Nordschleife die wohl größte fahrerische Herausforderung des ganzen Jahres bereithält.
Bei der dritten WTCC-Runde in Ungarn wurden nun die Karten vor diesem Saisonhöhepunkt verteilt. Monteiro konnte die Führung in der Meisterschaft verteidigen. Ein Sieg im Eröffnungsrennen und Platz fünf im Hauptrennen reichte ihm, um den Schweden Thed Björk (Volvo) auf Distanz zu halten. Das mit mehr Punkten belohnte Hauptrennen gewann der Marokkaner Mehdi Bennani (Citroën) vor Nicky Catsburg im Volvo und Tom Chilton in einem weiteren Citroën: Die Kräfteverhältnisse zwischen den verschiedenen WTCC-Modellen sind derzeit ausgeglichen und versprechen ein spannendes Rennwochenende in der Eifel.

WTCC Ungarn

Das Qualifying in Ungarn konnte ein Pilot dominieren, der auf der Nordschleife zu den erfahrensten WTCC-Startern gehören wird: Rob Huff beendete eine lange Durststrecke, als er im Citroën Elysee die Pole holen konnte - gerade einmal 0,327 Sekunden vor seinem Markenkollegen Mehdi Bennani. Chevrolet-Pilot Esteban Guerrieri (ARG) ließ als Trainings-Dritter die Volvo-Piloten Nicky Catsburg (NED) und Néstor Girolami (ARG) hinter sich und bewies damit, dass auch sein Fabrikat in diesem Jahr bei der Musik ist.

In den beiden Rennen waren es Bennani und Monteiro, die den Ton angaben. Der Marokkaner Bennani war mit seinem Sieg im Hauptrennen schon der fünfte Pilot, der sich in der laufenden Saison als Sieger in der Statistik notieren lassen konnte. Es war der vierte Triumph seiner Karriere. Das Eröffnungsrennen gehörte Monteiro, nachdem sein Teamkollege im Honda-Werksteam, Norbert Michelisz, chancenlos blieb: Er geriet in der ersten Runde mit Volvo-Pilot Thed Björk aneinander und fiel zurück. Immerhin konnte er sich im anschließenden Hauptrennen wieder bis auf den vierten Platz nach vorne kämpfen.

Tom Chilton (Citroën) war der Mann der Stunde in der WTCC Trophy, der Wertung der Privatfahrer in der Weltmeisterschaft. Er holte zwei Podiumsplatzierungen und machte kräftig Boden gut. Auch der Trophy-Tabellenführer und Schnellste des Qualifyings, Rob Huff, zeigte im Eröffnungsrennen eine starke Leistung: Er fuhr in dem Lauf, der jeweils in umgekehrter Reihenfolge des Trainingsergebnisses gestartet wird, bis auf Platz drei nach vorne. Im Hauptrennen allerdings konnte er die Pole nach einem verpatzten Start nicht in einen Erfolg umsetzten. Stattdessen wurde er in einen Fight mit den Volvo-Piloten Nicky Catsburg und Néstor Girolami verwickelt, der für Girolami in den Leitplanken endete. Huff kassierte dafür eine Drive-Through-Strafe - just in dem Augenblick, als er die Führung übernommen hatte. So verlor er die Spitzenposition wieder an den eben niedergerungenen Bennani, der anschließend den Sieg vor Catsburg und Chilton nach Hause brachte.

"Dieses großartige Ergebnis ist sehr schön", freute sich Bennani nach seinem Sieg. "Ich habe versucht, alles zu geben. Zwei Mal wurde die Bremse weich, sodass ich schon befürchtet hatte, dass ich ausscheiden würde. Rob Huff hat es mir auch nicht einfach gemacht und von Beginn an enorm viel Druck gemacht. Eine Schande, dass er die Strafe kassiert hat, es war eigentlich sein Rennen."

STAND WTCC VOR NÜRBURGRING (TOP 6)
1.   Tiage Montero ... 123 Punkte
2.   Nicky Catburg ..... 85 Punkte
3.   Tom Chilton ........ 81 Punkte
4.   Thed Björk ......... 77 Punkte
5.   Mehdi Bennani ... 73 Punkte
6.   Rob Huff .............. 65 Punkte


ETCC: Viel Action in Ungarn

Mit zwei actionreichen Läufen auf dem Hungaroring machten die Piloten des FIA Tourenwagen-Europacups (ETCC) Lust auf die nächste Runde beim ADAC Zurich 24h-Rennen. Dort werden die ETCC-Starter jeweils als separate zweite Startgruppe in den beiden Läufen der WTCC antreten. Der Mann, den es dann zu schlagen gilt, ist der Schweizer Christjohannes Schreiber. Der Rikli-Pilot konnte in seinem Honda Civic in den beiden Läufen in Ungarn gewinnen und liegt nun knapp vor den schärfsten Verfolgern: Petr Fulin (Seat) und Teamkollege Peter Rikli (Honda). Schreibers holte den Doppelsieg, nachdem er im ersten Rennen Lokalmatador Zsolt Dávid Szabó hinter sich lassen konnte. Im zweiten Lauf war der Weg zum Sieg frei, nachdem der Honda seines schweizerischen Landsmannes und Teamkameraden Peter Rikli in der letzten Rennrunde mit einem Antriebswellenschaden ausrollte.

ETCC Ungarn

Den ersten Schritt zum perfekten Wochenendergebnis machte Christjohannes Schreiber, als er im ersten Lauf Lokalmatador Zsolt Dávid Szabó schlagen konnte. Der Ungar war von der Pole gestartet, kam aber schlecht weg und fand sich auf der sechsten Position wieder. Der von Position drei aus gestartete Schreiber hingegen übernahm von der dritten Startposition aus die Führung. Szabó konnte sich aber zurückkämpfen und hatte es in der siebten Runde bis auf die zweite Position geschafft. Von dort setzte er Schreiber unter Druck und ging in der vorletzten Kurve der zehnten Runde sogar vorbei. Da er den Konkurrenten dabei aber berührte, ließ Szabó den Schweizer wieder passieren, blieb aber in Tuchfühlung. Doch bis ins Ziel fand er keinen Weg mehr vorbei, sodass Schreiber das aufregende Finish für sich entschied und vor Szabó und Nagy abgewinkt wurde.

Die ETCC-Meisterschaftsführung baute Schreiber auch im zweiten Lauf aus. In dem in umgekehrter Reihenfolge gestarteten Rennen startete er von Platz acht und fuhr bis auf Position eins nach vorne. Es hätte ein Doppelsieg für das Team werden können, wäre Peter Rikkli nicht mit einer defekten Antriebswelle kurz vor dem Zieleinlauf ausgerollt. So ging Platz zwei an den Kasachen Alexandr Artemyev. Der Ungar Norbert Nagy schaffte es zur Freude der ungarischen Fans als Drittplatzierter auf das Podium. Das entschädigte die einheimischen Zuschauer, nachdem zuvor Zsolt Dávid Szabó nach einem Unfall mit Petr Fulín ausgeschieden war.

"Ehrlich: Das erste Rennen war das härteste meiner ganzen Karriere", atmete Christjohannes Schreiber nach Fallen der Zielflagge auf. "Szabós grünes Auto wurde im Rückspiegel immer größer. Ich musste versuchen, ihn hinter mir zu halten und mein Auto nicht zu überfahren. Ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe, ihn zu schlagen - er ist wirklich ein höllisch schneller Fahrer. In Lauf zwei habe ich vor allem darauf geachtet, mir Reifen und Bremsen einzuteilen, um am Ende Peter Rikli noch angreifen zu können. Heute war es dann nicht möglich."

STAND ETCC VOR NÜRBURGRING (TOP 6)
1.   Christjohannes Schreiber (SUI) ... 41 Punkte
2.   Petr Fulíen (CZE) ............. 25 Punkte
3.   Norbert Nagy (HUN) ....... 23 Punkte
4.   Peter Rikli (SUI) ............... 21 Punkte
5.   Igor Stefanovski (MKD) ... 15 Punkte
6.   Zsolt David Szabo (HUN) . 14 Punkte



Heinz-Josef Hilger
13.5.2017

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Das dritte Rennwochenende:

13.-14.05. Hungaroring - Ungarn

Strecke Ungarn


 

Das WTCC-Wochenende auf dem Hungaroring in Ungarn

Zeitplan
Samstag 13. Mai:
09:00-09:45 Uhr   Training 1
11:30-12:15 Uhr   Training 2
14:00-14:20 Uhr   Qualifikation
15:00-15:20 Uhr   MAC3

Sonntag 14. Mai:
12:35-13:00 Uhr   Rennen 1 (12 Runden)
13:45-14:15 Uhr   Rennen 2 (15 Runden)



ADAC NR
2.5.2017

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Das zweite Rennwochenende:

28. - 30.04.   Monza   -   Italien

Monza: Erster WTCC-Sieg für Volvo

Die Tourenwagen-WM (WTCC) ist in diesem Jahr spannend - das erwies sich bei der zweiten Runde in Monza am vergangenen Wochenende erneut. Der Brite Tom Chilton gewann im Citroën C-Elysée das Eröffnungsrennen. Im anschließenden Hauptrennen konnte dann Thed Björk den ersten Sieg für seinen Volvo S60 Polestar notieren lassen. Damit haben in den vier bislang ausgetragenen Saisonläufen vier verschiedene Piloten auf vier unterschiedlichen Fahrzeugen triumphiert. Die Meisterschaftsführung konnten aber beide damit nicht übernehmen. Denn die behält Honda-Pilot Tiago Monteiro. Der Portugiese schaffte es in Italien zwei Mal auf das Podium und verteidigte damit den ersten Platz im Punktetableau.

Das Wochenende in Monza kann sich das Volvo-Werksteam von Polestar Racing wohl mit einem goldenen Rahmen versehen ins Erinnerungsalbum kleben. Denn für die Schweden hätte es kaum besser laufen können. Schon im Qualifying konnte Thed Björk die schnellste Zeit vorlegen, als er auf der Rennstrecke im königlichen Park Honda-Pilot Tiago Monteiro um drei Zehntelsekunden abhängte. Analog dann das Ergebnis im MAC3-Zeitfahren, bei dem jeweils drei Piloten der fest eingeschriebenen Autohersteller im Formationsflug eine schnelle Runde absolvieren. Thed Björk, Nestor Girolami und Nicky Catsburg konnten dabei zum zweiten Mal in Folge die wertvollen Zusatzpunkte nach Hause fahren, als sie auf der 5,793 km langen Strecke knapp über zwei Sekunden schneller als das Honda-Trio blieben.

Das gute Trainingsergebnis bedeutet im WTCC-Eröffnungsrennen allerdings auch eine ungünstige Startposition. Denn die ersten zehn Fahrzeuge stehen in der umgekehrten Reihenfolge des Qualifying-Ergebnisses in der Startaufstellung. Tom Coronel (Chevrolet RML Cruze TC1) nahm deshalb die Pole bei diesem ersten Rennen ein, wurde aber durch ein missglücktes Überholmanöver seiner Chancen beraubt und beendete das Rennen nur als Sechster. Zwei Citroën-Piloten konnten sich dafür um so besser in Szene setzen: Tom Chilton ging von Startplatz drei ins Rennen und holte den Sieg. Markenkollege Robert Huff legte einen Blitzstart hin und wurde nach einem spannenden Kampf mit dem Spitzenreiter als Zweiter abgewinkt. Das Podium komplettierte Tiago Monteiro (Honda). "Das war ein fantastisches Rennen", freute sich Sieger Chilton anschließend. "Ich freue mich sehr für das ganze Team von Sébastien Loeb Racing. Der Fight mit Rob Huff um den Sieg war nicht einfach - er weiß als Brite, wie man auf der Strecke hart kämpft. Und ihn als ehemaligen Weltmeister hinter sich zu halten, ist nie einfach."

Im Hauptrennen waren es dann andere, die die Akzente setzten. Polesitter Thed Björk kam vom Start zunächst schlecht weg und fand sich hinter Honda-Pilot Monteiro wieder. Doch der Schwede kämpfte den Portugiesen nieder und ging schließlich als Sieger durchs Ziel - er holte damit den ersten Sieg im Hauptrennen für Volvo Polestar. "Das war vielleicht das besten Rennen meines Lebens", jubelte Björk im Ziel. "Ich war die ganze Zeit über entspannt und musste nur das Potenzial umsetzen, dass mir das perfekt vorbereitete Auto bot. Das fühlte sich sehr gut an. Nur das Starten muss ich wohl nochmal üben, doch ich konnte Tiago früh unter Druck setzen. Ich wusste: Ihm muss ich auf den Fersen bleiben und dann sehen, wann sich eine Gelegenheit ergibt - und die kam dann früh im Rennen." Abgerundet wurde das perfekte Wochenendergebnis für ihn durch die Ehre, die schnellste Rennrunde gefahren zu sein.

Bevor die Tourenwagen-Weltmeisterschaft Ende des Monats beim ADAC Zurich 24h-Rennen auf die Nordschleife zurückkehrt, absolvieren die Piloten noch einen weiteren Lauf. In Ungarn geht es vom 12. bis 14. Mai zum dritten Mal in diesem Jahr um WM-Punkte.

Monteiro verteidigt die Führung in der Fahrerwertung

Zwei Piloten konnten sich nach den WTCC-Rennen die Hände reiben: Honda-Pilot Tiago Monteiro verteidigte mit zwei Podiumsplatzierungen die Führung in der Fahrerwertung. Thed Björk holte jedoch mächtig auf. Vor dem nächsten WM-Lauf in Ungarn liegt er 15 Punkte hinter dem Portugiesen an zweiter Position. Bei bis zu 55 Punkten, die die Piloten am Wochenende maximal einfahren können, ein überschaubarer Vorsprung.
Ebenso offen ist der Kampf in der Herstellerwertung. Hier hat Volvo Polestar die Führung übernommen, doch Honda hält mit nur 15 Punkten Rückstand den Anschluss.



ADAC NR
10.4.2017

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Das erste Rennwochenende:

07. - 09.04. Marrakesch / Marokko

WTCC-Auftakt: Neue Sieger und frischer Wind in der WTCC

Der Saisonauftakt der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) in Marrakesch (MAR) war mit Spannung erwartet worden und hielt, was er versprach: Nach dem Abschied der dominierenden Citroën-Werksmannschaft gab es beim insgesamt achten WTCC-Gastspiel in Marokko zwei verschiedene Sieger und jede Menge Action. Im Auftaktrennen gewann mit Esteban Guerrieri (ARG) ein Chevrolet- Pilot vor dem Schweden Thed Björk im Volvo und Lokalmatador Mehdi Bennani (MAR, Citroën). Das Hauptrennen konnte dagegen Honda für sich entscheiden. Die Werkspiloten Tiago Monteiro (POR) und Norbert Michelisz (HUN) landeten mit ihren Honda Civic WTCC vor dem Argentinier Nestor Girolami (Volvo).
Auch im Mannschaftszeitfahren in der Herstellerwertung gab es einen neuen Sieger: Volvo Polestar sicherte sich beim 'MAC3' ('Manufacturers Against the Clock') den Sieg und damit 12 zusätzliche Punkte für die Herstellerwertung.

Das Auftaktrennen
Das Auftaktrennen in Marrakesch machte Lust auf diese WTCC-Saison 2017. Denn bei diesem ersten Lauf des Rennwochenendes, bei dem die zehn besten Piloten des Qualifyings in umgekehrter Reihenfolge ins Rennen gehen, gewann Esteban Guerrieri im Chevrolet RML Cruze von Campos Racing in einem ereignisreichen Rennen.
Schon vor dem Start hatte es Aufregung gegeben, nachdem der Franzose Yann Ehrlacher (Lada Vesta) nicht zu einer angeordneten Gewichtskontrolle antrat. Er hätte als Trainingszehnter die Pole im Auftaktrennen erobert, wurde aber in der Startaufstellung auf den letzten Platz verbannt. Tom Coronel (NED) im Chevrolet erbte so die erste Startposition und konnte den Platz auch im Rennen zunächst halten. Auch nach einer unfallbedingten Safety-Car-Phase konnte der Niederländer Platz eins behaupten, verbremste sich dann aber und fiel bis auf Rang sieben zurück. Anschließend kämpfte er mit Tom Chilton (GBR) und Daniel Nagy (HUN) um die Positionen, bevor sich Nagy drehte und Coronel selbst noch hinter Chilton zurückfiel.
Esteban Guerrieri beerbte Coronel nach dem auf Bremsprobleme zurückzuführenden Ausrutscher und hielt die Führung bis ins Ziel. Zweiter wurde Thed Björk im Volvo vor Lokalmatador Mehdi Bennani im Citroën von Sébastien Loeb Racing.

    Die Top 3 im Auftaktrennen:
  1. [# 86] Esteban Guerrieri - Chevrolet RML Cruze TC1 - 31:30,426 [m:s]
  2. [# 62] Thed Bjork - Volvo S60 WTCC - 31:31,080 [m:s]
  3. [# 25] Mehdi Bennani - Citroen C-Elysee WTCC - 31:31,715 [m:s]

Das Hauptrennen

Das Hauptrennen gehörte anschließend Honda-Pilot Tiago Monteiro. Der Portugiese hatte im Qualifying die Pole erobert, die er in einen blitzsauberen Start-Ziel-Sieg umsetzte. Von Platz drei gestartet konnte sein Markenkollege Norbert Michelisz an Volvo-Pilot Nestor Girolami vorbeiziehen und flog anschließend im Formationsflug mit dem Honda-Kollegen zum Doppelerfolg. Doch der drittplatzierte Girolami wird den Coup von Michelisz verkraften können - er konnte sich immerhin seine erste Podiumsplatzierung in der WTCC sichern. Für Monteiro dagegen war es der zehnte WTCC-Sieg, der ihm einen perfekten Einstand in die neue Saison bescherte. "Pole-Position und Sieg - besser geht es wohl nicht", strahlte er. "Wir wussten, das der Civic WTCC hier gut sein würde. Aber das muss man ja auch bis in das Ziel bringen."

    Die Top 3 im Hauptrennen:
  1. [# 18] Tiago Monteiro - Honda Civic WTCC - 34:00,997 [m:s]
  2. [# 5] Norbert Michelisz - Honda Civic WTCC - 34:01,748 [m:s]
  3. [# 61] Nestor Girolami - Volvo S60 WTCC - 34:03,117 [m:s]


Heinz-Josef Hilger
1.1.2017

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Der WTCC Kalender für 2017

Datum           Veranstaltung         Land

07. - 09.04.   Marrakesch   -   Marokko

28. - 30.04.   Monza   -   Italien

12. - 14.05.   Hungaroring   -   Ungarn

25. - 27.05.   Nürburgring   -   Deutschland

23. - 25.06.   Villarreal   -   Portugal

04. - 06.08.   Termas de Rio Hondo   -   Argentinien

13. - 15.10.   Shanghai   -   China

27. - 29.10.   Motegi   -   Japan

17. - 19.11.   Macau   -   China

29.11. - 01.12.   Losail   -   Katar